but words escape me...
nachtspiegelung

verwirrt legte sie den hörer zurück auf die gabel des altmodischen telefons.

ihre schritte hallten durch den raum, dessen möbel mit weißen laken abgedeckt worden waren.

die alte wanduhr neben dem ehemalig prunkvollen kamin läutete die mitternächtliche stunde ein.

für einen kurzen augenblick zog ein entferntes leuchten in den ansonsten dunklen wäldern ihre aufmerksamkeit auf sich.

eine alte verstaubte kerze spendete ihr nur wenig licht in dem finsteren raum, dessen schatten sie zu verfolgen schienen.

auf dem dachboden über ihr war ein hektisches hin- und herrennen der ratten zu vernehmen.

ihre schritte wurden schneller.

ein klagendes miauen war am ende des dunklen ganges zu hören.

unschlüssig blieb sie stehen, schaute abwechselnd in den dunklen gang, auf ihre sich dem ende zuneigende kerze sowie der alten, schweren holztür, vor der sie nun stand und welche aus dem leerstehenden haus führte.

das miauen wurde lauter und ein angestrengtes kratzen auf morschem holz kam hinzu.

sich ihrem schlechten gewissen ergebend folgte sie langsam dem finsteren gang.

ein kleines schwarzes fellbüschel, in der dunkelheit fast unsichtbar, kratzte beständig mit einem klagenden und fordernden miauen an der morschen holztür am ende des flurs.

neugierig öffnete sie die tür, deren scharniere in der dunkelheit noch lauter zu stöhnen schienen.

eine plötzlich einbrechende finsternis überraschte sie, als sie vorsichtig den raum betrat.

der hoffnungsvolle schein der sterbenden kerze hatte sie allein zurückgelassen.

mit ihrem fuß stieß sie gegen einen metallischen gegenstand, der längs auf den dielen lag.

ein beißender geruch fand den weg in ihre lunge und ließ sie laut aufstöhnen.

das plötzliche angstvolle miauen der katze, die noch vor ihr hastig in den raum gehuscht war, ließ sie erschrocken zusammenfahren.

hektisch suchte sie in ihren kleidern nach einem streichholz, welches sie erst nach wiederholtem male zum scheinen bringen konnte.

noch bevor sich ihre augen an den kleinen lichtschein gewöhnen konnten, kam ihr ein warmer schauer von rotem glanz entgegen.

außerhalb des hauses konnte man noch ein kurzes ohrenbetäubendes miauen der kleinen katze hören, bevor der glanz das ganze haus in beschlag nahm.

ein verirrtes reh lief erschrocken zurück in den heimischen wald.

 

[nachtspiegelung oder die menschliche eigenart der neugier]

 

25.11.08 15:30
 


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